Prinzipiell kann Industrieruß (engl. Carbon Black, CB) über die Atemluft, durch Verschlucken oder über die Haut aufgenommen werden. Studien, die sich explizit mit der Freisetzung von nanoskaligem Carbon Black aus Produkten während des Gebrauchs befassen, liegen zurzeit nicht vor. Bei einem ungestörten Betriebsablauf in der Carbon Black produzierenden Fabrik ist mit keiner Freisetzung von nanoskaligen Partikeln zu rechnen.

 

Eine epidemiologische Studie zur Exposition gegenüber Industrieruß in Carbon Black-produzierenden Fabriken in England wies bei einigen Arbeitern nach erhöhter Exposition verstärkten Husten, Auswurf und eine Abnahme der Lungenfunktion nach [1]. In Kanada und den USA offenbarte eine andere Studie einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten chronischer Bronchitis und erhöhter Carbon Black Exposition [2]. Ebenso konnte in Untersuchungen über Druckerschwärze die krebserregende Wirkung von Carbon Black durch Tintennebel nachgewiesen werden [3]. Zusätzlich erschien in 2010 eine Fallbeschreibung, die besagt, dass Kohlenstoff-Partikel aus Tonern, die inhaliert werden, gesundheitliche Auswirkungen auf die exponierten Personen haben könnten [4].

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (engl. International Agency for Research on Cancer, IARC) hat speziell Carbon Black, welches in Tonern zum Einsatz kommt, in die Kategorie 2B eingestuft, d.h. Carbon Black ist möglicherweise für Menschen krebserregend („Carbon black is possibly carcinogenic to humans, Group 2B“) [5]. Aber die IARC sagt auch, dass die bisherigen Beweise unzureichend sind („There is inadequate evidence in humans for the carcinogenicity of carbon black“).

Eine andere Studie (aus 2001) zeigt dagegen, dass kein Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Carbon Black bestehen soll [6]. Es scheint der Fall zu sein, dass Stoffgemische, wie diese in Tonern verwendet werden, eher kritisch sein können, als reiner Industrieruß.

Lebenszyklus und mögliche Freisetzungspfade von nanoskaligem Carbon Black aus Produkten, hier am Beispiel für Reifen erläutert. © Kuhlbusch 2010, UBA-Studie.Lebenszyklus und mögliche Freisetzungspfade von nanoskaligem Carbon Black aus Produkten, hier am Beispiel für Reifen erläutert. © Kuhlbusch 2010, UBA-Studie.

Kuhlbusch und Kollegen haben 2004 gezeigt, dass beim Abfüllprozess von Carbon Black hauptsächlich Carbon Black-haltige Partikel freigesetzt werden, die größer als 400 nm sind [7]. Weitere Untersuchungen der Autoren ergaben, dass während der Carbon Black Produktion im ungestörten Betriebsablauf mit keiner Freisetzung von nanoskaligem Carbon Black zu rechnen ist. Eine Freisetzung kann aber gleichwohl bei Leckagen oder Unfällen erfolgen [8].

 

Literatur arrow down

  1. Gardiner, K et al. (2001), Occup Environ Med, 58(8): 496-503.
  2. Harber, P et al. (2003), J Occup Environ Med, 45(2): 144-155.
  3. Casey, P et al. (1983), Ann Occup Hyg, 27(2): 127-135.
  4. Theegarten, D et al. (2010), Diagn Pathol, 5 77.
  5. International Agency for Research on Cancer (IARC) (2010). IARC Monograph on the Evaluation of carcinogenic risks to humans, No.93: Carbon Black.
  6. Sorahan, T et al. (2001), Am J Ind Med, 39(2): 158-170.
  7. Kuhlbusch, TA et al. (2004), J Occup Environ Hyg, 1(10): 660-671.
  8. Kuhlbusch, TA et al. (2006), J Occup Environ Hyg, 3(10): 558-567.
  9. Kuhlbusch, T. (Okt 2010). Emissionen von Nanopartikeln aus ausgewählten Produkten in ihrem Lebenszyklus. UBA-Studie, Umweltbundesamt, ISSN 1862-4804.

 

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